El Gouna
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All-Inclusive-Hotel in El Gouna trifft Flachwasser-Lagune

Eine türkise Badewanne. Ein einziger Kiter. Kein Gedränge. Und das Hotel liegt direkt dahinter. El Gouna ist als Kite-Spot bekannt. Aber was passiert, wenn du statt Kite einen Wing einpackst? Anne und ich haben eine Woche im Club Paradiso verbracht, um genau das herauszufinden. Hier steht, für wen dieser Spot gemacht ist. Und wer besser woanders hinfährt.

Den Tipp hatten wir von Werner. Derselbe Werner, mit dem ich ein paar Wochen vorher auf der Wingfoil-Safari im Roten Meer war. Er fliegt regelmäßig mit seiner Familie zum Kiten in das Hotel Club Paradiso.

Unser Plan: komplett abschalten. Nichts planen, nichts organisieren. All-inclusive mit einem Wingfoil Spot direkt vor der Tür.

Die Anreise zum Hotel Club Paradiso

Von München mit dem Direktflug nach Hurghada. Nach der Landung um 19:30 Uhr Ortszeit fahren wir noch ca. 35 Minuten mit dem Minibus. El Gouna ist keine gewachsene Stadt, sondern eine private Resortstadt an der Küste des Roten Meeres. Ein abgeschlossenes Gelände. Sauber, gepflegt, gebaut für den Tourismus. Club Paradiso liegt am südlichen Ende. Das ist wichtig zu wissen, denn die meisten Kiter zieht es nach Norden zu KBC, dem großen Kite-Strand. So bleibt der Spot vorm Paradiso schön leer.

Das Hotel ist eine riesige Anlage mit mehreren Pools, mehreren Restaurants und Bars. Dreimal am Tag Buffet im Hauptrestaurant „Marco Polo“ oder direkt am Strand (da gibt es nur Pizza und Pasta). Das Essen ist gut und an manchen Abend geben Sie sich richtig Mühe und das Essen ist sogar ausgezeichnet. Was sofort auffällt ist das Personal. Extrem freundlich und aufmerksam. Die Gäste bestehen hauptsächlich aus Familien und vielen Wiederholungstätern. Eine Handvoll Kiter und sehr wenige Wingfoiler hängen meist unten am Spot ab.

Der Spot und die Kite Station Osmosis

Direkt am Hotelstrand liegt die Kitestation Osmosis. Ausgestattet mit Kompressoren, Umkleiden, Spinden, Leihmaterial, viel Platz zum Aufbauen und sehr hilfsbereiten und freundlich Mitarbeitern. Für einen Spind habe ich 70 Euro für sechs Tage bezahlt. Brett, Wing, Foil, Neo usw alles sicher verriegelt und das Rettungsboot ist auch inklusive. Die Station hat mir außerdem einen 7er Wing zum Testen geliehen. An den windschwachen Tagen bin ich damit trotzdem nicht abgehoben.

Einen Haken gibt es doch: Osmosis liegt auf dem Gelände des Club Paradiso. Ohne Hotelbuchung kein Zugang zur Station. Direkt vor der Station liegt eine Sandbank. Je nach Gezeiten läufst du über eine Sandbank oder durch flaches Wasser. vorne zur Lagune. Dahinter offenes Wasser zwischen zwei Riffen, so herrlich türkis mit ausreichend Platz für die paar Wassersportler. Entspanntes Fahren und Üben, ohne ständig über die Schulter zu schauen.

Die Gezeiten sind offensichtlich, für mich als Wingfoiler ändern sie aber wenig. Über die Sandbank muss ich so oder so drüber. Draußen im Roten Meer – noch hinter dem Riff – liegt eine gigantische Sandbank mit flachem Wasser. Die Kiter fahren durch den Kanal dorthin und erleben Karibik-Vibes.

Wir sind in der zweiten Augusthälfte vor Ort. Ein konstanter Nordwind bläst mit 15 bis 20 Knoten seitlich, manchmal leicht ablandig. So bleibt das Wasser flach. Von 6 Tagen blies er an drei und an einem hätte ich ein größeres Foil und meinen 7er Wing gebraucht. Laut Statistik ist Juni bis September die windstarke Saison. Wir waren also mitten in der Hauptsaison da und haben trotzdem ein Drittel der Tage verpasst.

Die Luft ist 35 bis 37 Grad warm, oder besser gesagt heiß. Das Laufen auf dem Sand ist vor allem um die Mittagszeit ein Tanz auf dem Vulkan. Das Wasser ist mitunter 30 Grad warm, also Badewanne. Einige der Gäste lümmeln stundenlang mit Sonnenhüten auf Luftmatratzen im Wasser herum. Gerade bei Sonnenuntergang ist das herrlich, man will gar nicht raus.

All-inclusive HalliGalli

An den windstillen Tagen springt das Hotel ein. Gym, Spa, Pools, und jedes Zimmer hat eine Klimaanlage. Es muss nicht erwähnt werden, dass wir natürlich eine Massage zu Münchner Preisen gebucht haben. Oh, und Anne versuchte sich am Golfen. Schräg gegenüber lag ein Golfplatz und für nur 10 Euro konnte man 50 Minuten mit einem Profi spielen – um 16 Uhr in sengender Hitze.

Eine weitere Attraktion ist der Schnorchel-Ausflug mit Delfinen. Die Tauchschule im Hotel fährt dich mit dem Schlauchboot zum Riff. Um es kurz zu machen, diese Jagd auf die armen Tiere ist erschütternd. Wir haben uns ma Ende geschämt. Anders ist es mit Zeytouna Beach, eine Schwesteranlage in der Nähe – einfach mit dem TukTuk zu erreichen. Ein langer Steg führt hinaus aufs Meer und man findet doch tatsächlich Fische und bunte Korallen.

Wenn schon all-inclusive, dann richtig. Also waren wir auch beim Abendprogramm dabei. Liveband, Musik-Quiz, Zirkusnummern. Für jeden etwas. Und die beste Gelegenheit, mit den Leuten am Nachbartisch ins Gespräch zu kommen.


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