Tel Aviv
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Tel Aviv ist Tradition und Moderne

Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum Israels liegt in Tel Aviv. Die Metropolregion Gusch Dan mit dem Bezirk Tel Aviv zählt mehr als 3 Millionen Einwohner, was rund einem Drittel der israelischen Gesamtbevölkerung entspricht. Das 1909 gegründete Tel Aviv war ursprünglich ein Vorort der seit der Antike bestehenden Hafenstadt Jaffa, mit der es 1950 vereinigt wurde. In den ersten Jahren nach der Staatsgründung Israels war die Stadt Regierungssitz. Tel Aviv-Jaffa ist nach wie vor Sitz des Verteidigungsministeriums und der Nachrichtendienste Mossad und Schin Bet.

Anreise

Für ein paar Tage nach Israel mutet dem Einen oder Anderen verrückt an, doch hatte ich das Glück Teil einer Delegation zu sein, die neben Arbeit auch die Schönheiten (und Häßlichkeiten) des Landes erkunden durfte.

Die Abreise vom eigens für Israel-Flüge eingerichteten Terminal in München stimmt schon mal auf die bevorstehende politische Komponente dieser Reise ein. Was für ein Zenober für eine sonst völlig reguläre Sicherheitskontrolle. Das Ganze wird dann total ad absurdum geführt, wenn der Bus die Passagiere dann vom Terminal F zu einem regulären Abflugschalter fährt, inkl. Treppenaufstieg vom Flugfeld über 3 Etagen hoch zur Abflughalle. Dann quer durch die Abflughalle, an diversen anderen Abflugschaltern vorbei. Im Gegensatz dazu war die Einreise in Israel völlig unspektakulär. Um 3:30 Uhr findet man keine Verbindung mit den Öffentlichen gen Stadt, so dass es mit dem Taxi in den Rothschild Blvd ging. Wie sich erst in den Folgetagen herausstellte, eine der Partymeilen.

Tel Aviv ist Tradition und Moderne

Die Hauptstadt Tel Aviv scheint morgens gesammelt zum Sport an den Strand zu gehen. Beeindruckend wie viele Menschen hier alleine oder in Gruppen die Promenade entlang spurten; den einen oder anderen Rempler inbegriffen. In den kleinen Gassen finden sich immer wieder sympathische Lädchen aus der Gastronomie-, Bekleidungs- oder Kunstbranche wieder. Leider ist der Zerfall alter Gebäude ebenso häufig, was den positiven Eindruck einer modernen Stadt konterkariert. Selbst an der Strandpromenade gibt es unfertige Neubauten, die ohne Außenverkleidung inmitten hochmoderner Wolkenkratzer wie das Schmuddelkind wirken. Die Kontraste zwischen neu und alt sind sehr stark und erinnern eher an die 2. oder 3. Welt.

Nachts – von der Facebook Terrasse im 33. Stock – sieht die Stadt tatsächlich am schönsten aus. Die Wolkenkratzer sind eben nicht in der Mehrzahl, sondern bilden im wahrsten Sinne des Wortes die Leuchttürme in einer Metropole im Wandel.

Das Tote Meer

Selbstverständlich darf das obligatorische Bad im Toten Meer auch nicht fehlen. Hier ist das Brustschwimmen zu empfehlen; gefühlt ist nur der Bauchnabel unter Wasser und der Rest schwebt in der Luft. Ein wahrlich ulkiges Gefühl. Für von Hautkrankheiten geplagte Menschen ist dieser Ort ein Segen, aber sonst ist nach 2 bis 3 Stunden der Unterhaltungsfaktor weg. Das Tote Meer liegt mitten in der Wüste, ~400m unter dem Meeresspiegel und ausser ein paar Hotels ist da nichts.

Jerusalem

Ganz im Gegensatz zu Jerusalem. Diese geschichtsträchtige Stadt vereint Weltreligionen auf so engem Raum – wie aktuell wieder in den Medien – dass die Emotionen mit den Anhänger der einen, sowie auch anderen Seite durchgehen. Die Stadt ist lebender Beweis für mich als Atheisten, dass Glauben der Kern vielen Übels ist. Die bis an die Zähne bewaffneten Israelis lassen mit ihren maschinenpistolen-bewährten Soldatinnen auch keinen Zweifel daran, welcher Glaube im Zweifel mit Waffengewalt durchgesetzt wird.

Die Stadt mit ihren kleinen Gassen und vielen Händlern lädt zum Bummeln ein, doch verschliesst sich mir die Faszination. Während in Rom alte Bauten und Geschichten von einstiger roher, umsozialisierter Gewalt und Herrschsucht zeugen, beweist Jerusalem, dass der (gläubige) Mensch nicht lernfähig ist und Recht im Zweifel derjenige mit Macht und Lobby erhält.

Beruflich war die Reise ein Erfolg, die Unternehmen vor Ort eine echte Bereicherung und die start-up Szene bewundernswert. Privat hat sich mein Urteil gefestigt, dass ich das Land nicht wieder besuchen würde.

Bildergalerie


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